Projekt Wiederaufbau des Fürstenstuhls

Die Fürstenstuhl-Loge – das nächste Restaurierungsprojekt in der Ludwigskirche

Am 5. Oktober 1944 gingen die Ludwigskirche und viele der Gebäude am Ludwigsplatz nach dem Bombenhagel in Flammen auf.Nach dem Krieg war das kunsthistorische Unikat ein großer Haufen Steine, Schutt und Asche. 
In jahrzehntelangen Bemühungen gelang es, Kirche und Platz – ausgenommen den Fürstenstuhl - weitgehend in den Zustand zu versetzen, wie Sie von dem genialen Baumeister Friedrich Joachim Stengel füerstenstuhl2_Bildgröße änderngeplant und ausgeführt wurden.
Der „Fürstenstuhl“ ist eine raum- bestimmende Loge.
Er ist das optische und tatsächliche Gegenüber der Orgel und zeigt den Grundgedanken des Erklärungsmodells von Martin Luther, der zwei verschiedene Herrschaftsbereiche in der Welt sieht. Zum Ersten das „Reich Gottes“ voller Verheißungen - repräsentiert durch Altar, Kanzel und Orgel. Zum Zweiten das “Reich der Welt“ – dargestellt im Fürstenstuhl. Er wird optisch getragen von den Karyatiden „Gerechtigkeit“ (fasces/ Rutenbündel) und „Regent- schaft“ (Szepter) für weltliche Herrschaft und Gewalt, sowie den beiden Karyatiden „Barmherzigkeit“ und „geistliche Schlüsselgewalt“. Auch hierdurch wird die Ludwigskirche zu einem „Bilderbuch evangelischer Theologie“, die in mustergültiger Art und Weise evangelische Kirchenbautheorie und -theologie der Architekturtheoretiker Krohne und Sturm im spätbarocken Breit- oder Quersaaltypus umsetzt.

Der Saarbrücker Fotograf Gerhard Heisler hat in sehr aufwändiger Arbeit alte Fotos digitalisiert und durch intensive Bearbeitung Ergebnisse erzielt, die so gut sind, dass sie als Grundlage für die Wiederherstellung dienen.
Der Ministerpräsident des Saarlandes Peter Müller, hat zugesagt, dass er sich mit uns darum bemüht, dass die Ludwigskirche gänzlich restauriert und auf die Liste „Weltkulturerbe der Menschheit“ gesetzt wird.

Ihr Pfarrer    
Mag. Horst Heyd
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